Als selbstständiges Stadtviertel entstand der Kriegshafen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Auf Anordnung des russischen Zaren Alexander III begann 1890 nördlich von Liepaja der Ausbau einer umfangreichen Festung und einer Militärstadt.
Anfangs wurde die neue Kriegsbasis „Hafen des Kaisers Alexander III” genannt. Erst zur Zeit des unabhängigen Lettischen Staates hat sich die Bezeichnung Karosta (Kriegshafen) eingebürgert. Der Hafen Alexander III war ein autonomer Ort mit eigener Infrastruktur, mit Elektrokraftwerk, Wasserversorgung, Kirchen und Schulen.
In der Sowjetzeit war der Kriegshafen ein Sperrgebiet, der sogar für die Zivilbevölkerung der Stadt Liepāja nicht zugänglich war. Der Kriegshafen Liepaja liegt im Norden der Stadt und macht ca.ein Drittel der Gesamtfläche der Stadt aus. Er nimmt einen paradoxen und einzigartigen Platz nicht nur in der Geschichte  Lettlands ein, sondern auch in der Geschichte der Welt und der Architektur: Das Milieu hier spiegelt auf einzigartige Art und Weise den Kontrast zwischen der Eleganz des Militärs Russlands und des Militarismus der Sowjetunion wider. Der Kriegshafen ist heute ein besonderes Stadtviertel. Er ist kein “Militärstädtchen”, sondern als ein Tourismusobjekt anzusehen, das viele Künstler inspiriert. Vom Zentrum aus erreicht man den Kriegshafen mit den Linienbussen 3, 4, 7, 8 oder den Kleinbussen 1, 2, 3. 

Die Orthodoxe Meereskathedrale St.Nikolai

Katedrāles iela 7, Karosta, Liepāja

Größer könnte der Kontrast kaum sein: Zwischen sozialistischen Plattenbauten erblickt der Besucher die glänzenden Türmen der „Meereskathedrale” St.Nikolai. Die Kathedrale ist im Stil der Russisch- Orthodoxen Kirchen des 17.Jahrhundertsgebaut: Eine Hauptkuppel und vier Seitenkuppel, die den Sohn Gottes Jesus mit vier Aposteln symbolisieren.
1901 nahm Zar Nikolaus II mit seiner Familie und anderen Adligen aus St.Petersburg an der festlichen Zeremonie der Weihung des Grundsteines der Kirche teil. Ebenso reiste die Zarenfamilie zur Kirchenweihe 1903 nach Liepaja.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurden viele Kirchengegenstände, auch die Glocken und Ikonen, nach Russland evakuiert. Was sonst von Wert war, wurde von deutschen Soldaten gestohlen. In den dreißiger Jahren des 20.Jahrhunderts wurde das Gotteshaus den Bedürfnissen der lutherischen Gemeinde der Garnison angepasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Kriegshafen zu einem geschlossenen und geheimen Stadtteil wurde, nahm die Kathedrale großen Schaden: Es wurden sowohl ein Sport- als auch ein Kinosaal und die so genannte „Rote Ecke” eingerichtet – somit wurde die gesamte schöne Innenausstattung des Hauses zerstört. Die herrliche Akustik der Kirche wurde gedäpft indem man die Hauptkuppel zumauert damit sich die Kinobesucher nicht gestört fühlten.

Das Gefängnis des Kriegshafens

Invalīdu iela 4, Karosta, Liepāja

+371 26369470, info@karostascietums.lv www.karostascietums.lv
Das Gebäude wurde als eine Anstalt für den kurzfristigen Strafvollzug für   Marinematrosen und Unteroffiziere genützt. Ursprünglich war das Gebäude als  Krankenhaus vorgesehen als es Anfang des 20. Jahrhundert gebaut wurde, aber es wurde nie als Krankenhaus genutzt.
Der Platz gegenüber des Gefängnisses  ist zu einem Massengrab für viele Sträflinge geworden, die direkt am Gefängniszaun erschossen wurden. Das Gebäude wurde immer als eine Strafanstalt genutzt, sowohl von der sowjetischen als auch von der lettischen Kriegsmarine. An den Zellenwänden kann man noch Nachrichten finden, die von den letzten Sträflingen vor nicht alzu langer Zeit, im Jahr 1997, hinterlassen worden sind.  
Schon im Jahre 1905 haben die Garnisonsmatrosen im Gefängnis Strafen für die Teilahme an den Ereignissen der Revolution 1905 verbüßen müssen.
Heute können Sie das Gefängnis besichtigen oder an der Reality Show: „Hinter Gittern“ teilnehmen. Besonders Mutige haben die Möglichkeit, in einer Zelle zu übernachten!

Die Kalpaka-Brücke

O. Kalpaka iela, Liepāja

Die Kalpaka-Brücke über den Kanal ist ein ingenieurtechnisches Denkmal, eine der ältesten Brücken der Metallkonstruktion in Liepāja und Lettland.
Die Arbeiten an der Brücke wurden 1903 nach dem Entwurf des französischen Ingenieurs Eiffel begonnen.
Die Brücke ist aus zwei identischen Trägern gemacht, die um 90 Grad schwenkbar sind. Um dem Schiffsverkehr die Durchfahrt zu ermöglichen,brauchte man 4-5 Minuten bis die Brücke mit Hilfe eines Elektromotor oder einer Winde gedreht wurden.
Die Brücke ist mehrmals ernst beschädigt worden. 2006 wurde die Brücke von dem unter georgischer Flagge  fahrenden Tankers „Anna“ zerstört. Zurzeit wird eine neue Brücke gebaut.

Manege

Zemgales iela, Karosta, Liepāja

Das Gebäude wurde 1903 – 1904 erbaut. Das Bau hatte ein Dach aus leichten genieteten Metallkonstruktionen und Dachblech. Um den riesigen Raum auszuleuchten, hatte das Haus bogenartige Fenster und im Dach eingelassene Streifen aus Glasziegeln.
Bis zum Ersten Weltkrieg fand jeden Sonntag in der Manege eine Parade der Artillerie- und Kavalleriepferde sowie Reitwettbewerbe. Unter der Woche wurde die Manege für das Sporttraining der Matrosen genutzt.
Die Manege konnte viele Leute aufnehmen, so dass hier auch offizielle Empfänge und Gala-Dinners für die Garnisonsmatrosen abgehalten wurden.

Der Wasserturm

Ģen.Baloža iela, Karosta, Liepāja

Der Wasserturm wurde 1905 errichtet. Er versorgte das gesamte Gelände Karosta mit Trinkwasser. Die alten Pumpen aus der Turmbauzeit konnten bis heute erhalten bleiben. Der Turm ist für Touristen leider nicht geöffnet.

Die Brieftaubenstation

Pulkveža Brieža iela 6, Karosta, Liepāja

Seit langem weiß man um den stark ausgeprägten Orientierungssinn von Tauben. Einmal freigelassen finden Sie immer wieder zu ihrem Heimatschlag zurück. Erstaunlich ist, dass die Tauben bei günstigen Winden Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen. In jüngerer Geschichte wurden Brieftauben vor allem in Kriegszeiten verwendet; auch im Zweiten Weltkrieg war der Taubeneinsatz von Bedeutung.
Die Brieftaubenstation wurde 1899 – 1900 erbaut und war für 450 Brieftauben geplant. Die Brieftaubenstation ist mehrmals ungebaut worden-zuletzt zu einem Wohnhaus.

Taucherausbildungszentrum der Baltischen Staaten

Atmodas bulvāris 1, Karosta, Liepāja

An der Oskars Kalpaka-Brücke befindet sich das Taucherausbildungszentrum der estnischen, lettischen und litauischen Marine, die als solche einmalig im Baltikum ist. Hier werden neben Tauchern auch Pioniere ausgebildet.

Nordmole

Der Bau der Nordmole ist eng mit dem Bau der Festung Liepājas und des Kriegshafens verbunden und bildet einen wichtigen Teil davon. Die Nordmole ist 1800 m lang und 7,35 m breit. Die Mole wurde am Ende des 19.Jahrhundert gebaut.

Die nördlichen Festung

Jātnieku iela, Karosta, Liepāja

+371 26369470, info@karostascietums.lv www.karostascietums.lv
Die nördlichen Festung ist Teil der Befestigungsanlage welche die Stadt zum Meer umgibt. Diese wurde in den Jahren 1896 – 1902 zur Küstenverteidigung Liepājas erbaut.
Im November 1908 wurde die Festung Liepāja jedoch vernichtet, denn ihr Bau hatte sich als strategischer Fehler herausgestellt. Ein Teil der Kanonen wurde demontiert und zur Festung der Stadt Kaunas in Litauen gebracht, ein Teil wurde eingeschmolzen. Man versuchte die Artilleriebatterien, die unterirdischen Bauten und die Pulverkeller zu sprengen. Man unterschätzte jedoch die massive Bauweise so dass noch heute die Überbleibsel der neuesten und modernsten Festung im zaristischen Russland erhalten sind.
Die unterirdischen Gänge der nördlichen Festigungsanlagen kann man mit einem Stadtführer im Fackellicht erkunden oder sogar an einem Spionagespiel mit dem Titel „Flucht aus der UdSSR” teilnehmen.

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